FINANZBERATUNG & VERTRIEBSLEITFADEN

PROFESSIONELLE ÜBERSICHT ÜBER FINANZPRODUKTE, BERATUNGSFELDER UND VERTRIEBSSTRATEGIEN

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Fachbegriffe

🏦 BASIS-FINANZINSTRUMENTE

Instrument Beschreibung Vorteile Risiken / Nachteile
Aktien Beteiligung am Eigenkapital eines Unternehmens mit Stimmrecht und Dividendenanspruch. Kapitalzuwachs, Dividenden, Mitspracherecht. Volatilität, Kursrisiko, Marktrisiko.
Anleihen (Bonds) Fremdkapitalinstrumente mit fester Laufzeit und Verzinsung. Planbare Zinszahlungen, geringeres Risiko als Aktien. Zinsänderungsrisiko, Ausfallrisiko, Inflationsrisiko.
Investmentfonds Gebündelte Kapitalanlage in verschiedene Assets durch professionelle Fondsmanager. Diversifikation, professionelles Management. Managementkosten, Marktrisiko bleibt bestehen.
ETFs (Exchange Traded Funds) Passiv gemanagte Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Kostengünstig, liquide, diversifiziert. Marktvolatilität, Tracking-Differenzen.
Zertifikate Strukturierte Schuldverschreibungen mit Rendite abhängig von Basiswerten. Vielfältige Strategien (Bonus, Discount, Reverse). Emittentenrisiko, Komplexität.
Optionsscheine Verbriefte Optionen mit Hebelwirkung auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe. Hohe Renditechancen bei kleinem Kapitaleinsatz. Verfallrisiko, hoher Zeitwertverlust.
Derivate Finanzkontrakte, deren Wert von Basiswerten abhängt (Optionen, Futures, Swaps). Absicherung (Hedging), Spekulation, Arbitrage. Komplexität, Hebelrisiko, Margin Calls.

📈 DERIVATE & STRUKTURIERTE PRODUKTE

Instrument Definition Verwendung / Use Case Risiko
Option Recht, nicht Pflicht, einen Basiswert zu festem Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Absicherung oder Spekulation auf Kursbewegungen. Prämienverlust, Volatilitätsrisiko.
Futures Verpflichtung, einen Basiswert zu festem Preis in Zukunft zu handeln. Preisabsicherung (Hedging) für Rohstoffe oder Indizes. Nachschusspflicht, hohe Hebelwirkung.
Swaps Tausch von Zahlungsströmen (z. B. Zinsen, Währungen, Kreditausfallrisiken). Zinsmanagement, Währungsabsicherung. Kontrahentenrisiko, illiquide Märkte.
CFDs (Contracts for Difference) Derivate, die Preisbewegungen eines Basiswerts widerspiegeln. Kurzfristige Spekulation auf steigende oder fallende Kurse. Hoher Hebel, hohes Verlustrisiko.
Reverse Convertible Zertifikat mit fester Verzinsung, Rückzahlung abhängig von Aktienkurs. Attraktive Coupons, Seitwärtsstrategien. Kursverlustrisiko bei stark fallenden Märkten.
Credit Default Swaps (CDS) Kreditversicherung zur Absicherung gegen Ausfallrisiken. Risikomanagement für Banken und Fonds. Gegenparteiausfall, systemisches Risiko.
Basket-Zertifikate Verbriefung eines Korbs von Basiswerten (Aktien, Rohstoffe). Diversifikation mit Renditechance. Emittentenrisiko, Marktvolatilität.

📈 VERTRIEBSPHASEN BRANCHENÜBERGREIFEND

Phase Ziel Beispielaktionen Werkzeuge / Tools
1️⃣ Lead-Generierung Kontaktaufnahme mit Interessenten Social Media Networking, Empfehlungen, Veranstaltungen CRM-System, LinkedIn, Empfehlungslisten
2️⃣ Erstkontakt Vertrauen schaffen & Gespräch eröffnen Kurze Vorstellung, Interesse signalisieren Telefon, Zoom, E-Mail
3️⃣ Bedarfsermittlung Motivation & Ziele des Kunden erkennen Fragen zu Lebenssituation, Plänen, Risiken Analysebogen, Gesprächsnotizen
4️⃣ Lösungspräsentation Produkte oder Strategien verständlich darstellen Storytelling, Visualisierung, Praxisbeispiele Tablet, Präsentation, Online-Demo
5️⃣ Nutzenargumentation Relevanz und Vorteil betonen Vergleich, Kosten-Nutzen-Rechnung, Erfolgsgeschichten Beratungstools, Excel, Case Studies
6️⃣ Abschlussphase Verbindliche nächste Schritte vereinbaren Entscheidung abfragen, Unterlagen vorbereiten E-Signatur, Dokumentenmappe
7️⃣ After-Sales Pflege der Kundenbeziehung Follow-Up, Jahresgespräche, Servicegespräche CRM-Erinnerungen, E-Mail-Automation

🧠 MOTIVATION & HALTUNG IM VERTRIEB

Bereich Grundsatz Praxis-Ansatz
Ziele Klare Vision & tägliche Etappenziele SMART-Methode (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, terminiert)
Disziplin Kontinuität schlägt Talent Tägliche Routinen, Prioritätenlisten, Erfolgstagebuch
Mindset Positive Haltung = bessere Wirkung Selbstgespräche, Affirmationen, lösungsorientiertes Denken
Begeisterung Authentische Energie zieht Kunden an Motivationsanker, Freude an Beratung zeigen
Ethik Beratung vor Verkauf Kundennutzen immer über Provision stellen

💡 KUNDENPSYCHOLOGIE & VERTRAGSSTRATEGIEN

KUNDENPSYCHOLOGIE: "Kunden sind ängstlich und skeptisch. Sie wissen wenig oder nichts über die Börse und haben Angst eingeschüchtert, in Verlegenheit gebracht, unter Druck gesetzt oder zu einem Geschäft gedrängt zu werden. Sie haben aber genauso Angst eine Chance zu verpassen oder eine gute Gelegenheit zu versäumen. Dies alles bewirkt, dass sich der Kunde am Telefon unwohl fühlt, aber trotzdem zuhört. Deswegen muss das Positive in den Vordergrund gestellt und das Negative verdrängt werden. Um zu erreichen, dass der Kunde euch mag, müsst Ihr erst den Kunden mögen. Wenn der Kunde euch mag, dann wird er euch zuhören. Wenn der Kunde euch zuhört, wird er auch ein Geschäft machen. Jeder Kunde hat eine Schwäche und er weiß es. Er wird versuchen diese Schwäche zu verbergen. KEIN GELD! KEIN INTERESSE! Diesen Schwachpunkt müsst Ihr finden. Der Kunde ist immer unvorbereitet auf Euer Verkaufgespräch. Und obwohl der Kunde weiß, dass jetzt ein Verkaufsgespräch kommt, weiß der Kunde nicht wie Ihr es gestalten werdet. Diese Unsicherheit macht Ihn noch misstrauischer. Er erwartet hinterlistige Tricks, Betrug oder auch nur verschleierte Wahrheiten. Jeder Kunde denkt, er ist der Gute, er müsse aufpassen. Jeder Kunde denkt erst einmal, er werde hineingelegt. Je mehr Ihr euch in die Gedanken des Kunden versetzen könnt, um besser könnt Ihr ihn abschließen."
VERTAGSSTRATEGIE: "Herr Kunde, bevor ich anfange Ihnen etwas über den Markt zu erzählen, möchte ich Ihnen etwas sagen. Es hört sich vielleicht komisch an, aber wussten Sie schon, dass wir von diesem Markt jeden, aber wirklich jeden überzeugen könnten, dem wir es erklären, wenn es nicht drei Hindernisse gäbe. 1. Manche Leute verstehen nicht, wie es funktioniert 2. Manche Leute glauben nicht, dass es funktioniert 3. Manche Leute können es sich einfach nicht leisten Jeder könnte im Markt dabei sein, wenn es diese 3 Hindernisse nicht gäbe! Was ich tun werde Herr Kunde ist folgendes. Ich werde Ihnen einfach sagen, wie es funktioniert und Sie davon überzeugen, dass es funktioniert und wenn Sie dann überzeugt sind, dass das Ganze Hand und Fuß hat und was noch wichtiger ist, Sie sehen können, dass in dem Markt überdurchschnittlich viel zu verdienen ist, können wir uns darüber unterhalten, in welcher Größenordnung ein Einstieg für Sie interessant ist. Was meinen Sie, ist das ein faires Angebot? Herr Kunde, der Grund weshalb ich mich mit Ihnen in Verbindung setze und nicht der oder die Kollegen mit denen Sie schon gesprochen haben ist der, dass die normalen Makler sich eigentlich keine Zeit mehr für Sie nehmen wollten. Sie meinten, dass Sie die Vorteile eines Börsengeschäfts nicht erkennen würden oder dass Sie es sich nicht leisten könnten. Ich weiß es nicht, es ist mir auch gleichgültig. Ich weiß nur, dass wir eine Situation haben, die vielleicht auch für Sie interessant ist und wenn möglich, ich Ihnen weiterhelfen möchte. Vergessen Sie also die anderen, weil ich mich von jetzt an um Sie kümmern werde. Ist das OK. Herr Kunde? Herr Kunde, ich kann mir gut vorstellen, dass Sie über Geschäfte nicht am Telefon reden möchten. Schon gar nicht, wenn es um Börsengeschäfte geht. Aber ich denke mal ein Hauptgrund ist es sicher doch, dass Sie Angst haben betrogen zu werden von jemandem den Sie noch nicht mal kennen, oder? Wenn ich Sie aber davon überzeugen kann, dass wir ein ordentliches Haus sind und das Ganze Hand und Fuß hat und was noch wichtiger ist, Sie sehen können, dass in dem Markt überdurchschnittlich viel zu verdienen ist, könnten wir uns doch über ein Geschäft unterhalten oder? Herr Kunde, mein Name ist… [Ihr Name]. Wie Sie sich denken können, bin ich Börsenmakler und werde versuchen, Ihnen einen Einstieg in einen Markt zu verkaufen. Ich möchte deshalb ein Abkommen mit Ihnen treffen und ich glaube, dass Sie damit einverstanden sein werden. Ich werde nicht versuchen, Ihnen etwas zu verkaufen, ich verspreche es Ihnen. Ich will Ihnen nur erklären, warum viele andere in den Markt eingestiegen sind. Und wenn Ihnen das vernünftig erscheint und Sie denken, dass ein Engagement für Sie nützlich ist und in Ihr Budget passt, dann können Sie es machen. Wenn es Ihnen aber [Aber ist wichtig, weiterreden] nicht gefällt und Sie keinen Nutzen darin sehen, dann machen Sie es nicht und Sie sind mich los. Ist das ein faires Angebot?"

🔍 FACHBEGRiffe & KEY CONCEPTS

Begriff Definition
Liquidität Wie schnell ein Asset gehandelt oder verkauft werden kann.
Volatilität Schwankungsintensität eines Wertpapiers.
Duration Empfindlichkeit des Anleihekurses gegenüber Zinsänderungen.
Leverage (Hebel) Verstärkung von Gewinnen und Verlusten durch Fremdkapital.
Sharpe Ratio Maß für das Risiko-Ertrags-Verhältnis einer Anlage.
Drawdown Maximaler Verlust vom Höchststand eines Portfolios.
Beta-Faktor Marktrisiko im Verhältnis zum Gesamtmarkt.
Alpha Überrendite eines Portfolios gegenüber Benchmark.
VaR (Value at Risk) Statistisches Maß für potenziellen Verlust in einem Zeitraum.
Margin Call Nachschussforderung bei gehebelten Positionen.