Patrice Émery Lumumba war mehr als nur der erste demokratisch gewählte Premierminister des unabhängigen Kongo. Er war eine Symbolfigur, ein Visionär, ein Märtyrer – und eine Bedrohung für die mächtigsten Nationen der Welt. In nur 35 Lebensjahren schrieb er Geschichte, die weit über die Grenzen Afrikas hinausreicht.
Am 2. Juli 1925 in einem kleinen Dorf namens Onalua geboren, entstammte Lumumba der kleinen Batetela-Volksgruppe. Nichts deutete darauf hin, dass dieser Bauernsohn einmal zum Symbol des panafrikanischen Widerstands werden würde. Doch sein brillanter Verstand, sein unerschütterlicher Wille und seine flammende Rhetorik machten ihn zu einem der einflussreichsten afrikanischen Führer des 20. Jahrhunderts.
Seine Geschichte ist die Geschichte des modernen Afrika – eine Geschichte von Hoffnung und Verrat, von Mut und Korruption, von Idealen und kalter Realpolitik. Sie ist die Geschichte davon, wie die Großmächte des Kalten Krieges einen Mann zum Schweigen brachten, dessen einziges "Verbrechen" darin bestand, an die Selbstbestimmung seines Volkes zu glauben.