Vom simplen stochastischen Zufall (Markov) über neuronale Repräsentationen bis hin zu autonomen agentischen Systemen der Gegenwart.
Eine klassische Markov-Kette speichert feste Zustandsübergänge. Die Wahrscheinlichkeit des Folgezustands basiert ausschließlich auf der Gegenwart:
Bei Sprache führt dies ohne tiefen Kontext ("Gedächtnislosigkeit") sofort zu Kauderwelsch, da höhere Ordnungen im Speicher exponentiell explodieren.
Ein Transformer-Netzwerk nutzt mathematische Matrizen-Multiplikation (Attention), um unbegrenzten Kontext zeitgleich zu gewichten:
Obwohl die Berechnung dynamisch verläuft, ist die Textgenerierung am Ende autoregressiv: Das generierte Token wird sofort an den Kontext angehängt. Es verhält sich makroskopisch exakt wie eine Kette stetig wachsender Zustände.
Künstliche Neuronen verarbeiten Daten über Schichten hinweg. Ein Fehler wird am Ende über eine Loss-Funktion berechnet und mittels Backpropagation (Kettenregel) rückwärts durch das Netz geschleust, um Gewichte anzupassen.
Das Netz lernt dadurch ohne menschliche Vorgabe eigenständig Abstraktionen (Kanten -> Formen -> Objekte).
Ein Vektor-Embedding übersetzt Wörter oder Sätze in hochdimensionale Zahlenkolonnen (z.B. 1536 Dimensionen).
Der Clou: Bedeutungsnähe wird zu geometrischer Nähe im Raum. Rechner bestimmen Verwandtschaften blitzschnell via Kosinus-Ähnlichkeit:
So weiß das System ohne Wörterbuch-Definition, dass "König" und "Königin" nahezu denselben Vektorraum-Cluster besetzen.
Ein LLM halluziniert und hat einen festen Wissens-Cutoff. RAG bricht diese Isolation auf, indem dem Prompt dynamisch Fakten aus einer externen Datenbank injiziert werden.
Agentic AI verwandelt ein reaktives LLM in ein zielgerichtetes System, das eigenständig Handlungspläne entwirft, externe Tools steuert und Fehler korrigiert.